Internationaler Erfolg

Obwohl sie nach ihrem Oscargewinn für ihre Schauspielfähigkeiten bekannt war, hatten Jolies Filme bis dahin selten ein breites Publikum erreicht, aber Lara Croft: Tomb Raider (2001) machte sie zu einem internationalen Superstar. Die Titelrolle Lara Croft des bekannten Videospieles verlangte von Jolie einen britischen Akzent und ein umfassendes Martial-Arts-Training. Sie erhielt große Anerkennung für ihre physische Darbietung, der Film wurde jedoch im Allgemeinen negativ aufgenommen. Slant Magazine schrieb: „Angelina Jolie wurde geboren, um Lara Croft zu spielen, aber Regisseur Simon West erlaubt ihr nur einen Ausflug in ein billiges Computerspiel.“ Der Film wurde nichtsdestoweniger zu einem großen internationalen Erfolg, spielte weltweit 275 Millionen Dollar ein und begründete ihre Reputation als weiblicher Action-Star.

Jolie erschien danach neben Antonio Banderas als Katalogbraut Julia Russell in Original Sin (2001), einem auf Cornell Woolrichs Roman Waltz into Darkness basierenden Thriller. Der Film fiel bei Filmkritikern weitestgehend durch und die New York Times bemerkte: „Die Geschichte sinkt steiler in sich zusammen als Frau Jolies gewagtes Dekolleté.“ Im Jahr 2002 spielte sie Lanie Kerrigan in Leben oder so ähnlich, einem Film über eine ehrgeizige Fernsehreporterin, der prophezeit wird, in einer Woche zu sterben. Der Film erhielt negative Rezensionen, auch wenn Jolies Darbietung häufig positiv hervorgehoben wurde. CNNs Paul Clinton urteilte: „Jolie ist ausgezeichnet in ihrer Rolle. Trotz eines teilweise lächerlichen Plots in der Mitte des Films ist die oscargekrönte Schauspielerin äußerst glaubhaft in ihrer Selbstfindung um die wahre Bedeutung vom erfüllten Leben.“
Jolie bei der Premiere von Alexander in Köln

Jolie kehrte 2003 zu ihrer Rolle als Lara Croft in Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens zurück. Die Fortsetzung erwies sich als weniger lukrativ als das Original, nahm aber dennoch 157 Millionen Dollar an den internationalen Kinokassen ein.[31] Im selben Jahr trat sie außerdem in Jenseits aller Grenzen auf, einem Film über humanitäre Hilfe in Afrika. Der Film fiel bei Kritikern und Publikum durch und Jolie wurde für die Goldene Himbeere in der Kategorie Schlechteste Schauspielerin nominiert. Die Los Angeles Times schrieb: „Jolie kann Lebhaftigkeit und Glaubwürdigkeit in Figuren bringen, die eine für sie nachvollziehbare Realität haben, wie sie es in ihrer Oscar-Rolle in ‚Durchgeknallt‘ bewies. Sie kann auch bekannte Cartoons spielen, was sie in den Lara-Croft-Filmen zeigte. Aber der Limbo eines gespaltenen Charakters, einer schlecht geschriebenen Figur in einer von Fliegen befallenen und mit Blut und Eingeweiden übersäten Welt, besiegt sie völlig.“

Im Jahr 2004 war Jolie zusammen mit Ethan Hawke und Kiefer Sutherland im Thriller Taking Lives auf der Leinwand zu sehen. Sie spielte Illeana Scott, eine FBI-Profilerin, die die Polizei in Montreal dabei unterstützen soll einen Serienmörder zu überführen. Der Film stieß auf gemischte Reaktionen und brachte ihr eine zweite Himbeeren-Nominierung ein. Der Hollywood Reporter schrieb: „Angelina Jolie spielt eine Rolle, die sich wie etwas anfühlt, das sie schon einmal getan hat, aber sie fügt einen unverkennbaren Schuss von Aufregung und Glamour hinzu.“ Jolie lieferte die Stimme für Lola, einem Fisch im DreamWorks SKG Animationsfilm Große Haie – Kleine Fische (2004); weitere Rollen wurden von Will Smith, Martin Scorsese, Renée Zellweger, Jack Black und Robert De Niro gesprochen. Jolie übernahm 2004 auch einen kurzen Gastauftritt als Franky in Sky Captain and the World of Tomorrow neben Jude Law, einem Sciencefictionfilm, der komplett vor einem Bluescreen gedreht wurde und bei dem fast alle Sets und Requisiten in der Nachbearbeitung computergeneriert eingefügt wurden. Jolie spielte außerdem Olympias in Alexander (2004), Oliver Stones Filmbiographie über das Leben von Alexander dem Großen. Der Film war in den Vereinigten Staaten wenig erfolgreich, was Stone mit der Darstellung von Alexander als homosexuell in Verbindung brachte, aber außerhalb Nordamerikas spielte er 133 Millionen Dollar ein. Newsday schrieb über Jolies Leistung: „Jolie ist die Einzige im gesamten Film, die Spaß mit ihrer Rolle zu haben scheint und man vermisst sie jedes Mal, wenn sie nicht auf der Leinwand zu sehen ist.“

Jolies einziger Film 2005, Doug Limans Actionkomödie Mr. & Mrs. Smith, ist ihr bis heute größter kommerzieller Erfolg. Der Film erzählt die Geschichte gelangweilter Eheleute, die herausfinden, dass sie beide ein Doppelleben als Profikiller führen. Jolie spielte Agentin Jane Smith neben Brad Pitt. Der Film wurde überwiegend positiv aufgenommen und besonders die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern wurde hervorgehoben. Der Star Tribune erklärte, „während die Geschichte willkürlich erscheint, lebt der Film von seinem geselligen Charme, der galoppierenden Energie und der thermonuklearen Chemie zwischen den beiden Stars.“Der Film spielte über 478 Millionen Dollar weltweit ein und wurde zu einem der größten Erfolge des Kinojahres.
Jolie bei der Premiere von Ein mutiger Weg in New York

Im folgenden Jahr übernahm Jolie neben Matt Damon eine Nebenrolle in Robert De Niros Der gute Hirte (2006), einem Film über die frühe Geschichte der CIA, erzählt aus der Sicht von Edward Wilson. Jolie trat als Margaret Russell auf, Wilsons vernachlässigte Ehefrau, die zunehmend unter den Auswirkungen der Arbeit ihres Ehemanns leidet. Die Chicago Tribune kommentierte: „Jolie altert überzeugend im Laufe des Films und ist erfreulich unbesorgt, wie ihre spröde Figur beim Publikum ankommen könnte.“

Mit dem Dokumentarfilm A Place in Time veröffentlichte Jolie 2007 ihr Regiedebüt. Es beschreibt das Geschehen an 27 verschiedenen Orten der Welt innerhalb einer Woche. An dem Projekt wirkten unter anderem ihre Schauspielkollegen Jude Law, Hilary Swank, Colin Farrell und Jonny Lee Miller mit und es soll vor allem an amerikanischen High Schools gezeigt werden. Jolie spielte außerdem Mariane Pearl in Michael Winterbottoms Dokumentardrama Ein mutiger Weg über die Entführung und Ermordung des Wall-Street-Journal-Reporters Daniel Pearl in Pakistan. Der Film basiert auf Mariane Pearls Memoiren Ein mutiges Herz: Leben und Tod des Journalisten Daniel Pearl und hatte seine Uraufführung bei den Filmfestspielen in Cannes. Der Hollywood Reporter beschrieb Jolies Darstellung als „akkurat und bewegend, respektvoll gespielt und den schwierigen Akzent dabei fest im Griff.“ Sie erhielt für die Rolle ihre vierte Golden Globe und dritte Screen Actors Guild Award Nominierung. Daneben trat sie als Grendels Mutter in einer Nebenrolle in Robert Zemeckis’ animiertem Epos Die Legende von Beowulf (2007) auf, der mit Hilfe der Motion Capture Technik verfilmt wurde.

Jolie war im Sommer 2008 im Actionfilm Wanted, einer Adaption der gleichnamigen Graphic Novel von Mark Millar, zu sehen sowie im Animationsfilm Kung Fu Panda (DreamWorks SKG) als Stimme der Tigerin zu hören. „Wanted“, der in Deutschland keine Jugendfreigabe erhielt, löste eine mehr oder weniger große Kontroverse um die Darstellung von Gewalt im Kino aus, war mit einem Einspielergebnis von 343 Mio. US-Dollar weltweit jedoch erfolgreich.
Jolie während der Dreharbeiten zu Der fremde Sohn

Clint Eastwood wählte sie als Hauptdarstellerin für seinen Thriller Der fremde Sohn. Dieser Film erhielt sehr gute Kritiken und wurde während der Filmfestspiele von Cannes 2008 gezeigt. Jolie wurde für ihre Darstellung der um ihren Sohn kämpfenden Christine Collins erstmals für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert.

2008 zählte Jolie laut dem amerikanischen Forbes Magazine zu den am besten verdienenden Schauspielerinnen in Hollywood. Zwischen Juni 2007 und Juni 2008 erhielt sie Gagen in Höhe von 14 Mio. US-Dollar und rangiert hinter Cameron Diaz, Keira Knightley, Jennifer Aniston, Reese Witherspoon, Gwyneth Paltrow, Jodie Foster, Sarah Jessica Parker, Meryl Streep und Amy Adams auf Platz zehn.

Quelle: Wikipedia